Radio Frequency Identification (RFID)
Radiofrequenz-Identifikation – kurz RFID – ist eine Schlüsseltechnologie, die die Prozesskette in der Konsumgüterwirtschaft in den kommenden Jahren grundlegend verändern wird. Sie ermöglicht die berührungslose Übertragung von Produkt- und Prozessinformationen per Funksignal. So können Handel und Industrie effizienter arbeiten und besser auf die Bedürfnisse der Kunden eingehen.
 
 
Einführung
 
Details
Wie nutzt die METRO Group RFID?
Die METRO Group führt die RFID-Technologie schrittweise entlang der gesamten Prozesskette ein. Seit dem 2. November 2004 liefern Industriepartner mit Transpondern ausgestattete Paletten und Hängewarensendungen an die Läger von Metro Cash & Carry, Real, Kaufhof und METRO Group Logistics Warehousing GmbH & Co. KG (MGL Warehousing). Die Vertriebslinien und Querschnittsgesellschaften der METRO Group haben ihrerseits die notwendigen Voraussetzungen geschaffen: Pünktlich zur RFID-Einführung sind die Wareneingangstore der Märkte, Filialen und Läger mit RFID-Technologie ausgerüstet worden. Seit Sommer 2006 versehen die ersten Partner aus der Konsumgüterindustrie auch Kartons und Umverpackungen mit RFID-Transpondern. 2007 wird die METRO Group die flächendeckende Einführung der RFID-Technologie in Deutschland vorantreiben.
Dazu werden bis Ende des Jahres alle 60 Metro Cash & Carry-Großmärkte, bis zu 100 SB-Warenhäuser der Vertriebsmarke Real sowie alle Distributionsläger der MGL METRO Group Logistics in Deutschland mit RFID ausgestattet.
Kommissionierung bei den Industriepartnern
In ihren Distributionslägern stellen die Konsumgüterunternehmen die Warenlieferungen für die METRO Group anhand der Bestellungen zusammen. Bei der Kommissionierung werden die RFID-Transponder mit dem Elektronischen Produktcode (EPC) beschrieben und auf den Umverpackungen, Kartons oder Paletten angebracht. Die entsprechenden Informationen über die kommissionierte Ware werden im Lagerverwaltungssystem abgelegt.
Warenausgang im Lager
Für den Weitertransport vom zentralen Distributionslager bringen die Mitarbeiter die beladenen Paletten zur Verladezone. RFID-Lesegeräte in den Warenausgangstoren erfassen beim Verladen der Paletten den EPC der RFID-Transponder und senden diese an das Lagerverwaltungssystem. Die Paletten, Kartons und Umverpackungen werden ausgebucht, der Empfänger, beispielsweise der Metro Cash & Carry-Markt in Mülheim, erhält eine Versandbestätigung: den elektronischen Lieferavis.
Anlieferung
Der LKW mit der Ware erreicht den Wareneingang des Markts. Mitarbeiter entladen die Paletten und passieren dabei das Wareneingangstor. Lesegeräte erfassen die einzelnen Transponder der Lieferung in Sekundenschnelle und leiten die Informationen des EPC an das EDV-System des Zentrallagers weiter. Dort findet automatisch ein Abgleich mit dem elektronischen Lieferavis statt. Die manuelle Eingangskontrolle entfällt.
Die Future Store Initiative
Im Rahmen der METRO Group Future Store Initiative testet und entwickelt die METRO Group zusammen mit ihren Partnern aus der IT- und Konsumgüterindustrie sowie der Dienstsleistungsbranche praxistaugliche Konzepte für den modernen Handel. Dafür steht unter anderem das METRO Group RFID Innovation Center in Neuss zur Verfügung. Dort testet die METRO Group die zukunftsweisenden Anwendungen für den Praxiseinsatz – nicht nur auf Handelseinheiten, sondern auch auf Artikelebene. Besucher haben die Möglichkeit, sich von den Vorteilen der RFID-Technologie zu überzeugen.
Intelligente Regale
Ein Beispiel für zukunftsweisende Anwendungen auf Artikelebene sind Intelligente Regale, in denen mit Smart Chips versehene Produkte stehen. Lesegeräte in den Regalen erkennen, ob sich der Bestand eines entsprechenden Produkts dem Ende zuneigt oder ob ein Produkt falsch eingeräumt wurde. Sie benachrichtigen dann automatisch die Marktmitarbeiter. Das Personal kann frühzeitig nachbestellen oder den Artikel in dem dafür vorgesehenen Regal platzieren.
Warensicherung
Passiert ein Produkt, dessen Smart Chip noch nicht deaktiviert wurde, eine spezielle Schleuse im Ausgangsbereich eines Markts oder an den Kassen, ertönt ein akustisches Signal. So können RFID-Etiketten auch der Warensicherung dienen.
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EPCglobal-Richtlinien der METRO Group
Die nächsten Schritte
Die Zwischenbilanz der RFID-Einführung entlang der Prozesskette ist vielversprechend. 2007 wird die METRO Group daher den Einsatz von RFID weiter ausbauen und darüber hinaus erprobt die METRO Group die Technologie international.
Advanced Logistics Asia
Ziel der METRO Group ist es, RFID langfristig entlang der gesamten internationalen Prozesskette einzuführen. Außerhalb Europas spielt China in diesem Zusammenhang eine wichtige Rolle. Für das Handelsunternehmen ist das Land der größte Beschaffungsmarkt auf dem asiatischen Kontinent. Aus diesem Grund hat die METRO Group im Oktober 2006 das Programm "Advanced Logistics Asia" (ALA) gestartet. Damit führt sie die RFID-Technologie entlang der Prozesskette zwischen China und Deutschland ein.
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In verschiedenen Pilotprojekten und Testszenarien erprobt die METRO Group, inwieweit die RFID-Technologie den Warenfluss von den Herstellern in China über die Distributionszentren in Europa bis in die Märkte der METRO Group effizienter und transparenter gestalten kann. Bei dem Projekt "Cross Border Visibilty" beispielsweise stattet ein chinesischer Logistikdienstleister ausgewählte Warensendungen in Hongkong mit passiven RFID-Transpondern aus. Ein RFID-Gate am Warenausgang des Exporteurs erfasst die Lieferung und kontrolliert sie automatisch auf ihre Vollständigkeit Anschließend gelangen die Pakete über verschiedene Häfen nach Deutschland. Im MGL-Distributionszentrum in Unna erfolgt eine erneute Überprüfung via RFID. Ein Lesegerät an der Warenannahme kontrolliert in Sekundenschnelle, ob alle bestellten Produkte geliefert wurden. In einem zweiten Schritt, dem Projekt "Global Cargo Visibility", werden ganze Container mithilfe von RFID gekennzeichnet und an zahlreichen Stationen auf dem Weg von China nach Deutschland erfasst. RFID sorgt auf diese Weise nicht nur für mehr Tempo im weltweiten Warenverkehr, sondern hilft auch, die Prozesskette lückenlos zurückzuverfolgen.

Einen weiteren Baustein der ALA-Initiative stellte die METRO Group Ende Mai 2007 in Hongkong vor: das Pilotprojekt "Tag it easy".Dabei statten 26 chinesische Lieferanten der METRO Group Ihre Waren mit RFID-Transponder aus. Über das Lieferantenportal Metro Link können die chinesischen Lieferanten genau die RFID-Etiketten bestellen, die sie zum Versand der Waren an die METRO Group benötigen. Mit einem einfachen Handlesegerät erfassen die chinesischen Lieferanten ihren Warenausgang, senden die Informationen wiederum an das Lieferantenportal der METRO Group und erstellen aus den Daten eine präzise Packliste. Dies bedeutet eine deutliche Steigerung der Datenqualität.

Der Wissenstransfer zwischen dem Handel und den chinesischen Herstellern findet im "Supply Chain Innovation Center" gemeinsam mit der Standardisierungsorganisation GS1 Hongkong und den Hong Kong Science and Technology Parks statt. Die METRO Group wird sich im Rahmen der Initiative "Advanced Logistics Asia" an dieser wichtigen Einrichtung beteiligen.