Regal-Management-System (RMS)
Mithilfe des Regal-Management-Systems visualisieren die Category Manager der METRO Group die Präsentation der Categories in den Regalen der Märkte – und zwar artikelgenau. Anhand der anschaulichen Regalpläne (Planogramme) können die Mitarbeiter im Markt die Produkte nach Maßgabe des Category Managements verräumen: kundenfreundlich und verkaufsfördernd.
 
Einführung
Details
 
Welche Planogramme erstellt die METRO Group?
Die Category Manager der METRO Group fassen Artikel zu Categories zusammen. Dabei orientieren sie sich an den Bedürfnissen der Kunden der jeweiligen Vertriebslinien. Beispielsweise bündeln sie Produkte nach Anwendungen und bilden die Category "Haarpflege" oder "Alles fürs Kind". Oder sie fassen die Produkte der Marken Knorr und Maggi in einer Gruppe zusammen, weil der Kunde Saucenbasis, Gewürzmischungen und Fertigsuppen gebündelt in einem Regalzug erwarten würde. Allein im Foodbereich der Vertriebslinien der METRO Group gibt es zwischen 150 und 300 Categories, beispielsweise "Honig", "Geschirrspülmittel" oder "Alkoholfreie Getränke". Dabei ist die Sortimentsstruktur bei Metro Cash & Carry und Real durchaus unterschiedlich definiert. Während die eine Vertriebslinie Honig als eigene Category führt, fasst die andere Honig mit Konfitüre zusammen. Die dritte nimmt eine noch feinere Unterteilung vor und listet süße Brotaufstriche wie Nussnougatcreme und Zuckerrohrsirup gesondert. Ein weiteres Beispiel gibt es in der Vertriebslinie Metro Cash & Carry: Hier werden Spirituosen besonders fein unterteilt, da viele der Kunden aus der Gastronomie kommen.
Beispiel: Planogrammhierachie
Allgemeine Richtlinien
Wie genau die Produkte in den Categories ansprechend und verkaufsfördernd anzuordnen sind, legen die Category Manager der jeweiligen Vertriebslinie mithilfe der Planogramme auf drei verschiedenen Ebenen fest: der Sortimentsgruppen-Ebene, der Pflegegruppen-Ebene und der Markt-Ebene. In einem ersten Schritt auf der obersten Stufe der Planogramm-Hierarchie entwirft das Category Management für jede einzelne Warengruppe ein so genanntes Master-Planogramm. Dieses gilt für alle gelisteten Artikel der Category und für Märkte in allen Regionen Deutschlands. Hier gibt das Category Management generell vor, welche Produkte in den Märkten platziert sein sollen.
Vorschriften und Wahlmöglichkeiten
Dabei wird die Anzahl der Regalböden, aber nicht die Anzahl der Platzierungseinheiten bmp (469 KB) vorgegeben. Auf dieser Planungsebene wird zunächst die Artikelchronologie festgelegt, das heißt die Reihenfolge, in der die Produkte im Regal zu platzieren sind. Darüber hinaus gibt das Category Management vor, wie viele Artikel hintereinander und übereinander im Regal stehen sollen. Die so genannten Facings, also die Frontansichten der Artikel, müssen zwei Anforderungen gerecht werden. Erstens soll genügend Platz belegt werden, um die Bevorratung zu sichern und bestimmte Marketingaspekte zu berücksichtigen. Zweitens werden die Reihenfolge der Artikel und die Zuordnung zum Regalboden vorgegeben. Ebenfalls auf dieser obersten Ebene vermerkt das Category Management Listungsveränderungen. Diese Artikel hat der Category Manager neu in das Sortiment aufgenommen beziehungsweise ausgelistet.
Gruppen nach Region und Größe
Auf der zweiten Hierarchieebene wird in RMS jede Category in Pflegegruppen, auch Maintenance Groups genannt, unterteilt. Jede Pflegegruppe ist durch zwei Merkmale definiert.
  • Erstens durch die Region, in der Regel eine der Großregionen Deutschlands: Ost, West, Nord, Süd oder Mitte.
  • Zweitens durch den so genannten Sortimentsbaustein (SOB). Dieser definiert den reservierten Platz für eine Sortimentsgruppe in einem Markt. Die Category Manager der METRO Group nummerieren die Bausteine in der Regel mit Ziffern, zum Beispiel von Sortimentsbaustein 2 (SOB2) bis Sortimentsbaustein 5 (SOB5). Je größer die Zahl, desto größer ist das Sortiment.
Maßgeschneiderte Pläne
Aber nicht jede Category hat gleich viele Regionen und Sortimentsbausteine. So gibt es Categories mit nur einer einzigen Region, etwa der Region "National", und nur zwei Sortimentsbausteinen. In einem anderen Fall ordnet das Category Management in der Category "Maschinen-Geschirrspülmittel" der Region "West" beispielsweise die Sortimentsbausteine 4, 3 und 2 zu. Dabei stellt 4 das größte Sortiment in dieser Pflegegruppe für die ausgewählte Region dar. Sortimentsbaustein 3 enthält bereits weniger Artikel als Sortimentsbaustein 4. Und Sortimentsbaustein 2 ist schließlich das kleinste Sortiment für die Region "West". Es kommt aber auch vor, dass eine Großregion nochmals unterteilt wird. Zum Beispiel dann, wenn es im Süden zwei Lieferanten für Teigwaren gibt.
Variable Strukturen
Die durchschnittliche Anzahl der Pflegegruppen einer einzelnen Category liegt bei 35. Das ergibt sich durch die Multiplikation der Anzahl der Sortimentsbausteinen mit der Anzahl der Regionen: sieben mal fünf. Die Anzahl der Pflegegruppen variiert je nach Vertriebslinie und Category. Jede Pflegegruppe ist anders strukturiert, allein die Größe der jeweiligen Sortimentsbausteine ist sehr unterschiedlich und richtet sich nach dem Umfang der Artikel in einer Category: So umfasst etwa das Knorr/Maggi-Stammregal bei Real rund 550 Artikel, bei Zucker sind es lediglich 40. Eine Category umfasst durchschnittlich 150 bis 250 Artikel.
Planen im Detail
Die letzte Ebene in der Hierarchie der Planogramme bildet die Store Group, also der einzelne Markt. Planogramme für jeden Markt zu erstellen, ist in der Praxis schwer umzusetzen. Wenn das Category Management für jeden einzelnen Markt Planogramme für jeweils alle 220 Food Categories erstellen und aktualisieren müsste, wäre dies enorm zeitaufwändig. Momentan realisiert lediglich Metro Cash & Carry marktindividuelle Planogramme, weil sie als einzige Vertriebslinie in allen Märkten einheitliche Regal-Baukörper besitzt. Ziel der METRO Group ist es, das Regal-Management-System weiterzuentwickeln und den Zeitaufwand für die Erstellung von Planogrammen auf Marktebene zu reduzieren.